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06. Oktober 2026

Vom Aufbruch des Wirtschaftswunders...

von Sabine Sperr-Lehrl

...bis hin zum modernen Rückzugsort.

Wie der Eichingerbauer die Werte der Vorfahren bewahrte, während er mutige  Schritte ins neue Jahrtausend wagte.

 

Es braucht schon Courage, um sich immer wieder neu zu erfinden, ohne die eigenen Wurzeln zu vergessen. In den 1950er-Jahren erfasste das österreichische Wirtschaftswunder das Salzkammergut – und mit ihm erwachte die Sehnsucht der Menschen nach Natur, Erholung und echter Begegnung. Beim Eichingerbauer erkannte man die Zeichen der Zeit: Die Landwirtschaft blieb das Fundament, doch die Türen wurden weit geöffnet. Die ersten Gästezimmer entstanden, und aus dem traditionellen Erbhof wurde eine Adresse für nahbare, herzliche Gastfreundschaft.

 

In den folgenden Jahrzehnten waren Weitblick und Pioniergeist gefragt. Die Sommerfrische wurde in den 1960er-Jahren für Paula und Josef Lehrl zum wegweisenden Impuls. Sie investierten mutig – vorwiegend in moderne Räumlichkeiten mit zeitgemäßen Komfort. Mit zunächst vier Gästezimmern wurden sie bereits 1958 zu einem authentischen Teil der „Urlaub am Bauernhof“ Initiative. Der erste Meilenstein für die gastgewerbliche Nutzung des Hofes war damit eingepflockt. Der persönliche Kontakt zu den Gästen, die einfache Beherbergung ohne fließendes Wasser und Toilette am Zimmer – sowie die Landwirtschaft im schönen Salzkammergut wurden auch von offizieller Seite gekrönt: Die Verleihung des Titel „Erbhof” war als Würdigung einer jahrhundertealten Familiengeschichte zu verstehen.

 

Als in den 1970er- und 80er-Jahren die Ansprüche der Gäste mit den neuen Trends stiegen, galt ihre Konzentration der Weiterentwicklung der eigenen Identität. Und mit dem erneuten Generationswechsel kam frischer Wind in die alten Mauern. Mit Josef und Maria Lehrl kam eine klare Spezialisierung in Richtung Erholung. Sie erkannten frühzeitig den Trend hin zum Aktivurlaub – die Idee der Tennispension in der Eich war geboren. Mit einem bewussten Bezug zur urigen Eiche und viel Detailliebe wurde das Anwesen räumlich erweitert.  Moderner Wohnkomfort voller Gemütlichkeit waren zudem Trumpf.

 

Mit der Errichtung der ersten Tennis-Freiplätze 1974 sowie der ersten Tennishalle 1976 im Salzkammergut war eines klar: hier regiert der Pioniergeist. Denn damit entstand ein Ganzjähriges-Angebot, das eine schrittweise Erweiterung auf 50 Betten ermöglichte. Mit dem Mehraufwand durch Beherbergung und Sportbetrieb wurde jedoch eine wesentliche Entscheidung unausweichlich. Denn für die Landwirtschaft blieb einfach zu wenig Zeit. So beschloss die Familie im Jahre 1984, aus der Landwirtschaft auszusteigen. Auch deswegen, weil zusätzlich weitere unternehmerische Leistungen unter der Marke „Pura Lehrl” aufgebaut wurden. Ein Reise- und Schulbusunternehmen (bis 2018), die Herstellung von Reinigungsmitteln für Molkereien (bis 1995) sowie ein Taxi- und Krankentransportdienst, der heute noch für Einnahmen sorgt. Die Forstwirtschaft und das Wildgehege sind ohnehin bis heute ein wichtiges Handwerk in der Eich. Somit wurden die nächsten Meilensteine erneut gesetzt.

 

Ein Großteil der Wirtschaftsgebäude sowie Teile des ehemaligen Heubodens wurden in moderne Seminar- und Veranstaltungsräume – Tagen am Bauernhof – verwandelt. Mit diesen baulichen Veränderungen war das Fundament für die Zukunft im Tourismus gelegt.

 

Apropos: Der Heustadl – bis zu 1.500 Menschen fanden darin Platz – wurde über die Jahre hinweg zu einer echten Veranstaltungs-Legende für Hochzeiten, Bälle und überregionale TV-Produktionen: „Mei liabste Weis” und „Der Musikantenstadl” waren wohl die bekanntesten TV-Sendungen, die im Eichingerbauer Heustadl produziert wurden.

 

In den 1990er-Jahren formte sich der Gedanke der sanften, nachhaltigen Nutzung der Mondseer Kulturlandschaft. Ein Rückzugsort für das ganze Jahr war die neue Devise.
 

Mit der Digitalisierung Anfang der 2000er-Jahre entstand auch Klarheit über die visionäre Ausrichtung: Der Eichingerbauer soll ein Ort sein, an dem sich Traditionsbewusstsein und Innovationsgeist ganz natürlich begegnen – ungezwungen, echt und wertvoll. Getragen von Menschen, die ehrliche Gastfreundschaft leben. Man war bereit – das neue Jahrtausend kann kommen.

Historie im Überblick: 1950er bis Anfang 2000er

 

1950er-Jahre (Wirtschaftswunder & Aufbruch): Einstieg in die Vermietung der ersten Gästezimmer. Die sprichwörtliche Gastfreundschaft wird zum zweiten Standbein neben der Landwirtschaft.

 

1960er-Jahre (Infrastruktur & Erbhof-Titel): Ausbau und Modernisierung der Räumlichkeiten für Sommergäste sowie offizielle Verleihung und Würdigung des Titels „Erbhof“ für den langjährigen Familienbesitz.

 

1970er-Jahre (Erlebnis ländlicher Raum): Spezialisierung auf authentischen Bauernhofurlaub mit eigenen Hofprodukten in der idyllischen Lage in Eich. Die ersten Tennisplätze entstanden und 1976 wurde eine der ersten Tennishallen Österreichs gebaut, die Tennispension ebnete den Weg zur aktiven Erholung.

 

1980er-Jahre (Generationswechsel & Qualitätssprung): Übergabe der Hofführung an die nächste Generation. Umfassende architektonische Neuerungen mit Fokus auf traditioneller Holzbauweise, Eichen-Elementen und modernem Gäste-Komfort. Tennis, tagen und Veranstaltungen aller Art prägten dieses Jahrzehnt.

 

1990er-Jahre (Nachhaltigkeit & Ganzjahresbetrieb): Ausrichtung auf eine nachhaltige, schonende Nutzung der Naturlandschaft am Mondsee. Wandel vom Sommerbetrieb zum Ganzjahres-Rückzugsort.

 

Jahrtausendwende (Digitalisierung & Vision Gutshof): Einführung digitaler Systeme, Feier von über 260 Jahren Familiengeschichte und Weichenstellung für das heutige Natur-Gut.

 

Häufige Fragen zur Geschichte ab den 1950ern (FAQ)

 

Wann erhielt der Eichingerbauer den offiziellen Titel „Erbhof“?

Die jahrhundertealte Tradition des Hofes in durchgehendem Familienbesitz wurde in den 1960er-Jahren mit dem Titel „Erbhof“ offiziell gewürdigt und verankert.

 

Wie entwickelte sich der Eichingerbauer ab den 1980er-Jahren weiter?

In den 1980er-Jahren übernahm die nächste Generation die Führung. Sie setzte auf eine umfassende Qualitätssteigerung, bei der traditionelle Holzbauweise und Eichen-Design mit modernstem Wohnkomfort kombiniert wurden.

 

Seit wann ist der Eichingerbauer ein Ganzjahresbetrieb?

Der Wandel vollzog sich schrittweise in den 1990er-Jahren. Neben der Sommersaison entwickelte sich das Gut durch den Fokus auf Erholung, Natur und nachhaltige Landwirtschaft zu einem Rückzugsort für das gesamte Jahr.

 

Wie verbindet der Eichingerbauer heute Tradition und Innovation?

Der Eichingerbauer blickt auf über 260 Jahre Familiengeschichte zurück. Er vereint die bewahrte Substanz eines Erbhofs (eigene Forstwirtschaft, Rotwildzucht) mit zeitgemäßer digitaler Infrastruktur und einem hochwertigen, nahbaren Gastkonzept.